Die Teilung der Welt

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Illidan wusste genau, würde der Brunnen zerstört werden, so könnte er nie wieder Magie wirken, daher setzte er sich, egoistisch wie er war, von der Gruppe ab, damit er die Hochwohlgeborenen über Furions Pläne informieren konnte. Illidans Sucht und die Verbitterung bezüglich der Beziehung seines Bruders zu Tyrande hatten seinen Geist umnachtet, weswegen er keinerlei Reue verspürte, als er Furion verriet und sich auf die Seite von Azshara und ihren Anhängern schlug. Illidan schwor darüber hinaus, die Macht des Brunnens mit allen erforderlichen Mitteln zu schützen.

Später sollte Illidan als "Der Verräter" bekannt werden... Quelle: http://media.blizzard.com/wow/media/artwork/warcraft3/wc3-illidan-large.jpg
Später sollte Illidan als "Der Verräter" bekannt werden...

Nach dem Verschwinden seines Bruders führte Furion seine Gefährten mitgebrochenem Herzen in Azsharas Tempel. Doch als sie den Audienzsaal stürmten, fanden sie die Hochwohlgeborenen mitten in ihrer letzten dunklen Beschwörung. Der wilde, gemeinschaftliche Zauber erzeugte einen instabilen Wirbel aus Energie in den brodelnden Tiefen des Brunnens. Während Sargeras bedrohlicher Schatten immer näher zur Oberfläche stieg, stürmten Furion und seine Verbündeten zum Angriff.

 

Azshara jedoch hatte sich Illidans Warnung zu Herzen genommen und war mehr als bereit. Fast alle Gefolgsleute Furions fielen der entfesselten Macht der Königin zum Opfer. Tyrande versuchte Azshara von hinten anzugreifen, wurde aber von den hochwohlgeborenen Leibwächtern der Königin überrascht. Zwar konnte Tyrande die Leibwächter abwehren, wurde dabei jedoch schwer verwundet. Als Furion seine Liebste fallen sah, kam eine blindwütige Mordlust über ihn und er beschloss, Azsharas Leben ein Ende zu bereiten.

 

Während der Kampf innerhalb und außerhalb des Tempels tobte, trat Illidan aus dem Schatten am Ufer des großen Brunnens. Er holte einen Satz eigensangefertigter Phiolen hervor, kniete nieder und füllte jede Einzelne mit dem schimmernden Wasser des Brunnens. In der festen Überzeugung, dass die Dämonen die Zivilisation der Nachtelfen auslöschen würden, wollte er etwas von dem heiligen Wasser stehlen und seine Energie ganz für sich allein beanspruchen.

 

Der darauf folgende Kampf zwischen Malfurion und Azshara stürzte den vorsichtig erschaffenen Zauber der Hochwohlgeborenen ins Chaos. Der instabile Strudel in den Tiefen des Brunnens explodierte schließlich und setzte eine katastrophale Folge von Ereignissen in Gang, welche die Welt für alle Zeiten zerreißen sollten. Die mächtige Explosion erschütterte den Tempel in seinen Grundfesten und starke Beben zerrissen die gequälte Erde. Während die schreckliche Schlacht zwischen der Legion und den Alliierten der Nachtelfen in und über der zerstörten Hauptstadt wütete, wallte der Brunnen der Ewigkeit auf und brach dann in sich zusammen.

 

Die Folge war eine gigantische Explosion, welche die Erde erbeben ließ und den Himmel verdunkelte...

 

Nach der – durch die Implosion des Brunnens erzeugten – Schockwelle, welche die ganze Welt bis ins Innerste erschütterte, strömte das Meer in die klaffende Wunde der Welt und füllte sie. Fast achtzig Prozent der Landmasse von Kalimdor waren zerstört worden – zurück blieben eine Handvoll separater Kontinente, die von einem neuen, tosenden Meer umgeben waren. In der Mitte des neuen Meeres, wo sich einst der Brunnen der Ewigkeit befunden hatte, herrschte nun ein tobender Sturm wütender Gezeiten und chaotischer Energien. Der Wirbel der schrecklichen Narbe, die „Maelstrom“ genannt wurde, sollte nie wieder zum Stillstand kommen. Der Maelstrom blieb eine ständige Erinnerung an die furchtbare Katastrophe und das utopische Zeitalter, das für immer dahin war.

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Irgendwie, entgegen jeder Wahrscheinlichkeit, schafften es Azshara und ihre hochwohlgeborene Elite diese Tortur zu überleben. Gequält und zerrissen von den Mächten, die sie freigesetzt hatten, waren Azshara und ihre Anhänger von der Implosion des Brunnens hinunter in die tobende See gezogen worden. Verflucht – verwandelt – nahmen sie neue Formen an und wurden zu den verhassten schlangenartigen Naga. Azshara selbst, erfüllt von Hass und Wut, wurde zu einer riesigen Monstrosität, die den Wahnsinn und die Bosheit wiederspiegelte, die immer schon in ihrem Kern versteckt war.

 

Dort, am Boden des Maelstroms bauten die Naga für sich eine neue Stadt, Nazjatar, von wo sie ihre Macht neu erlangen sollten. Es sollte über zehntausend Jahre dauern, bis die Naga ihre Existenz der Oberfläche der Welt

enthüllen sollten.