Bücher über Trolle


Inhaltsverzeichnis

  1. Die Zwillingsimperien
  2. Der Fall des Imperiums
  3. Der Zorn des Seelenschinders

                 Die Zwillingsimperien

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Vor rund 16.000 Jahren (lange bevor die Nachtelfen törichterweise den Zorn der Brennenden Legion beschworen) herrschten die Trolle über den größten Teil von Kalimdor (das damals noch ein einziger Kontinent war). Es gab zwei Trollreiche, das Reich der Gurubashi im südöstlichen Dschungel und das Reich Amani in den zentralen Wäldern.

 

Es gab kleinere Stämme, die weit im Norden lebten (in der Region, die wir als Nordend kennen). Die Stämme gründeten eine kleine Nation, die Gundrak hieß, aber nie Größe oder Wohlstand der südlichen Reiche erlangte.

 

Die Reiche Gurubashi und Amani hegten keine Sympathien füreinander, führten aber selten Krieg. Zu jener Zeit war ein drittes Reich ihr größter gemeinsamer Feind – die Zivilisation Azj'Aqir. Die Aqir waren intelligente Insektoiden, die die Länder weit im Westen beherrschten. Diese intelligenten Insektoiden waren enorm expansionistisch und unglaublich böse. Zwanghaft wollten die Aqir alles Leben, ausgenommen Insekten, von den Feldern Kalimdors tilgen.

 

Die Trolle kämpften viele tausend Jahre gegen sie, konnten aber nie einen echten Sieg über die Aqir erringen. Schließlich zerbrach das Königreich der Aqir dank der Hartnäckigkeit der Trolle in zwei Teile, denn seine Bewohner flohen und gründeten separate Kolonien weit im Norden und Süden des Kontinents.

 

Zwei Aqir-Stadtstaaten entstanden – Azjol-Nerub in der nördlichen Wüste und Ahn'Qiraj in der südlichen Wüste. Die Trolle vermuteten zwar weitere Aqir-Kolonien unter Kalimdor, konnten ihre Existenz aber nie beweisen.

 

Nachdem die Insektoiden in die Verbannung getrieben waren, normalisierte sich das Leben in den beiden Trollreichen wieder. Ihrem bedeutenden Sieg zum Trotz wuchs ihre Zivilisation nicht nennenswert über die ursprünglichen Grenzen hinaus. Aber in alten Schriften ist von einer Splittergruppe von Trollen die Rede, die sich vom Reich Amani abspalteten und ihre eigene Kolonie im Herzen des dunklen Kontinents gründeten.

 

Dort entdeckten diese tapferen Pioniere den kosmischen Brunnen der Ewigkeit, der sie in Wesen mit ungeheurer Macht verwandelte. Einige Legenden deuten an, dass diese abenteuerlustigen Trolle die ersten Nachtelfen gewesen sein könnten, doch wurde dafür nie ein Beweis gefunden.


Der Fall des Imperiums

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Abgesehen von ihrer nebulösen Herkunft steht jedoch fest, dass die Nachtelfen kurz nach der Entdeckung des Brunnens der Ewigkeit an die Macht gelangten. Obwohl die Trolle versuchten, sie an der Ausweitung ihrer Territorien zu hindern, errichteten die Nachtelfen ein mächtiges Reich, das sich rasch über das urzeitliche Kalimdor ausbreitete. Mit schlagkräftigen Magien, die sich die abergläubischen Trolle nie hätten träumen lassen, schafften die Nachtelfen mühelos, was den bösen Aqir versagt geblieben war: Sie führten den Untergang der beiden größten Weltreiche herbei.

 

Die Nachtelfen schalteten systematisch Verteidigung und Nachschubwege der Trolle aus. Da die Trolle der zerstörerischen Magie der Nachtelfen nichts entgegenzusetzen hatten, erlagen sie dem Ansturm. Die Nachtelfen erwiesen sich in jeder Hinsicht als ebenso gerissen und blutrünstig wie die wilden Trolle ... und zogen sich damit auf ewig deren Hass und Verachtung zu. Die Imperien der Gurubashi und Amani zerbrachen binnen weniger Jahre.

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Schließlich fielen die Nachtelfen jedoch den arkanen Feuern zum Opfer, die sie beherrschen wollten. Ihr tollkühner Einsatz der Magie hatte die Brennende Legion auf die Welt gelockt. Die Dämonen zerstörten die Zivilisation der Nachtelfen zu großen Teilen. Es gibt zwar keinerlei Aufzeichnungen, dass die Legion eine der beiden Trollzivilisationen angriff, wahrscheinlich ist jedoch, dass auf dem gesamten Kontinent gekämpft wurde.

 

Am Ende dieses schrecklichen Konflikts – der als "Krieg der Ahnen" bezeichnet wird – implodierte der Brunnen der Ewigkeit. Die resultierende Druckwelle zerschmetterte die große Landmasse von Kalimdor. Das Zentrum des riesigen Kontinents versank im Meer, zurück blieben nur einige Bruchstücke von Kontinenten.

 

Aus diesem Grund existieren noch heute große Teile der Reiche Amani und Gurubashi in Quel'Thalas und im Schlingendorntal. Die Azj'Aqir-Königreiche Azjol-Nerub und Ahn'Qiraj haben ebenfalls bis heute in Nordend und Tanaris überlebt.

 

Beide Trollzivilisationen erholten sich von der ungeheuren Zerstörung, die über ihre urzeitliche Welt gekommen war. Die unermüdlichen Trolle bauten ihre verwüsteten Städte wieder auf und schickten sich an, einen Teil der einstigen Macht zurückzuerobern.


Der Zorn des Seelenschinders

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Die langen Jahrhunderte nach der Großen Zerschlagung der Welt waren für das Volk der Trolle nicht leicht. Hungersnöte und Angst waren in den verwüsteten Königreichen an der Tagesordnung. Die Trolle der Gurubashi griffen zu verzweifelten Mitteln und suchten Unterstützung bei alten mystischen Kräften. Beiden Königreichen der Trolle war der Glaube an ein großes Pantheon primitiver Götter zu Eigen, doch die Gurubashi gerieten in den Bann des Dunkelsten.

 

Hakkar der Seelenschinder, ein übler, blutrünstiger Geist, hörte den Ruf der Trolle und beschloss, ihnen zu helfen. Hakkar teilte mit den Gurubashi seine Geheimnisse des Blutes und half ihnen, ihre Zivilisation über weite Teile des Schlingendorntals und bestimmte Inseln der Südlichen Meere auszuweiten. Hakkar hatte ihnen zwar große Macht beschert, doch forderte er unablässig mehr für seine Mühe.

 

Der blutrünstige Gott forderte, dass ihm jeden Tag Seelen geopfert würden. Er träumte vom Zugang zur materiellen Welt, auf dass er das Blut aller sterblichen Kreaturen verschlingen könnte. Bald wurde den Gurubashi klar, mit was für einer Kreatur sie sich da eingelassen hatten – und sie wandten sich gegen ihn. Die stärksten Stämme erhoben sich gegen Hakkar und seine loyalen Priester – die Atal'ai.

 

Von dem schrecklichen Krieg, der zwischen Hakkars Anhängern und dem Rest der Gurubashistämme ausbrach, wird nur hinter vorgehaltener Hand geflüstert. Das aufstrebende Reich zerbrach an der zwischen dem wütenden Gott und seinen aufsässigen Kindern entfesselten Magie. Als der Kampf bereits aussichtslos schien, konnten die Trolle Hakkars Avatar doch noch vernichten und ihn von der Welt verbannen.

 

Sogar seine Priester der Atal'ai wurden schließlich aus der Hauptstadt Zul'Gurub vertrieben und mussten in den unerforschten Sumpfländern im Norden ein karges Dasein fristen. In diesen schattigen Marschen erbauten sie einen großen Tempel für Atal'Hakkar, ihren gefallenen Gott, wo sie das Werk ihres Meisters fortsetzen konnten ...

 

Der Rest der Gurubashistämme ging getrennte Wege, nachdem ein Bürgerkrieg ihre Länder verheert hatte. Die Stämme der Schädelspalter, Blutskalpe und Dunkelspeere zogen aus, um sich Gebiete in den ausgedehnten Dschungeln des Schlingendorntals zu erobern. Zwar herrschte nun ein brüchiger Friede in dem zerbrochenen Reich, doch gab es nicht wenige, die von einer Prophezeiung sprachen, nach der Hakkar eines Tages wiedergeboren und die Welt an diesem Tag ganz verschlingen würde.