Eine neue Berufung Teil III


"Wie kommt es eigentlich, dass DU Gladiatoren ausbildest?" Werfe ich dem fetten Goblin an den Kopf.

 

"Njahah du scheinst da etwas nicht ganz begriffen zu haben. Ich kümmere mich lediglich um das Geschäftliche. Ich habe keine Ahnung, wie man kämpft oder sonst etwas. Ich rekrutiere und sorge für den Zaster. Da ich keine Ahnung habe, teste ich die Rekruten an irgend einem Viech, welches gross und gefährlich aussieht und ich nicht allzu teuer besorgen kann." Spottet Krumpelflix.

 

"...Ausserdem hast DU ja wohl keine Ausbildung mehr nötig. Trotzdem, habe ich einen erfahrenen Gladiatoren angeheuert, der notfalls ein paar Tipps hat. Er wird sich dir in Kürze vorstellen."

 

Ich sehe ihn nur eine Weile an.

 

"Gut! ich habe dich nicht umsonst hierher gebracht."

 

Wir befinden uns irgendwo in einer Ruine im Schlingendornkap. Es sind noch verblassene Malereien von Trollen an den Wänden zu erkennen. Vereinzelt wachsen kleine Sträucher und Gräser aus dem Boden. Es liegen auch Töpfe und einige Knochen und andere Splitter verteilt auf dem Boden, halb verdeckt von der Erde, die sich über die Jahre hier gestapelt hat.

 

"Er wird in Kürze hier sein. Also. Ich habe noch zu tun und muss jetzt los. Warte am besten einfach hier und..."

 

Ich setze mich hin.

 

"Ja.. äh.. das geht auch. Bis irgendwann!"

 

Einige Zeit später, kommt ganz wie aus dem nichts der geheimnisvolle Gladiator an. Ein Zwerg in mittleren Jahren, der seine blonden Haare und seinen Bart zu langen Zöpfen verbunden hat. Er hat eine Art Tätowierung über die Brust und sein Gesicht, die rötlich glänzt.

 

Er trägt an seinem narbenübersähten Oberkörper nur eine braune Schulterpanzerung, die wie es scheint aus leichtem Metall gefertigt ist. Seine Beine schützt er mit einer passenden, ebenfalls leicht wirkenden Beinplatte. Als Waffe hat er einen grossen Streitkolben an seine Rücken gebunden.

 

Ohne überhaupt zu grüssen, stürzt er sich plötzlich mit seinem Streitkolben viel schneller als man es ihm zutraut auf mich. Ohne etwas tun zu können, erwischt er mich mitten im Gesicht. Mein Helm schützt mich vor schlimmerem. Der dicke Plattenhelm verbiegt sich jedoch beachtlich nach innen.

 

Ich packe den Kolben mit einer Hand und versuche ihn dem Zwerg zu entreissen, er hält ihn jedoch weiterhin fest und verzieht dabei nur etwas das Gesicht. Ich stehe endlich auf und lasse ihm eine kalte Böe entgegen fliegen. Er zieht sich nun zunächst zurück und spottet nur:

 

"HAH! Du Muskelprotz scheinst wohl nicht viel in der Birne zu haben! Da wo ich herkomme ist das mildes Wetter!"

 

Er zeigt mit dem Kolben auf mich, und lädt mich dazu ein anzugreifen. Nun greife ich ausholend, aber dennoch unangenehm still an. Man hört nur meine Rüstung klimpern. Der Zwerg pariert den Axthieb mit einem leichten Ächzen und holt seinerseits aus. Ich verrenke meine Schulter wie es einem lebenden unmöglich ist und kann mit einem lauten Knacken ausweichen. Ich hole mit der anderen -leider stumpfen- Seite der Axt aus und schlage meinem Gegner den Kolben aus der Hand.

Bevor ich etwas unternehmen kann, bläst er mir irgendwie einen Windstoss entgegen, der mir die runenbesetzte Axt entreisst und sie meterweit wegschleudert.

 

"Nein! Meine Axt!" Brülle ich schon in einem fast emotional verzweifelten Ton.

 

Der Zwerg wirft sich mir entgegen, ich bemerke ihn jedoch rechtzeitig und werfe ihn zu Boden. Er hält in seiner Hand nun sogar einen blitzartigen Energievortex. Ich halte jedoch selbst schmutzige Magie in der Hand. Die Technik die Todesmantel genannt wird. Er erkennt aber ganz genau, wie nervös immer zu meiner Waffe hinüberschiele und brustet:

 

"Tja, ich habe schon davon gehört! Ihr Todesritter seid doch recht harmlos, ohne eure Waffen, nicht wahr? Darauf habe ich gewartet. Du stehst zwar gerade über mir, doch insgesamt sind wir wohl auf Augenhöhe, oder?"

 

Er grinst mich mit einem Funkeln in den Augen an.

 

"Was meinst du, Gleichstand? Ich brauche nämlich nur auf deinen Kopf zu zielen. Oder noch besser auf deine Waffe"

 

In seiner anderen Hand ensteht auch ein Blitz, den er auf die im Boden steckende Axt richtet. Die Elektrizität könnte die darin gefangenen Seelen und Magien beschädigen, denke ich mir.

 

"Ja. Ja von mir aus..." Huste ich angespannt.

 

Wir lassen von einander ab. Ich renne schon fast zu meiner Waffe und hebe sie auf. Die in meinem Kopf pochenden Rufe der Waffe lassen endlich nach. Mein Kopf wird wieder leer und dunkel. Alles ist besser als diese Schreie. Sie sind nicht zum aushalten.

 

"Wer bist du?"

 

"Ich bin Frudin. Frudin Hammersplitter. Du scheinst wohl der Neue zu sein hm? Gar nicht übel, aber du hast einige Macken, die es auszubügeln gilt. Wie heisst eigentlich du?"

 

"Ich habe keinen Namen. Ich erinnere mich nicht. Befehle von dir entgegennehmen mache ich auch nicht."

 

"Ganz sachte du Kasten. Hätte ich ernst gemacht, würdest du nicht so frech mit mir sein. Betrachte es als... Tipps die ich dir geben werde. Dafür bin ich ja angestellt. So kann ich mir ein paar zusätzliche Biere leisten."

 

"Was willst DU mir eigentlich beibringen? Ich bin kein... was auch immer du bist. Schamane?"

 

"Aye mein Großer, das bin ich. Aber du hast ja gesehen, wie ich mit dem Hammer umgehe. Du verlässt dich zu sehr auf dein Dasein als leere Hülle und kassierst gerne Treffer. Auch wenn du untot bist und keine Schmerzen spürst, so kannst du genau so kaputt gehen, wie jeder andere Körper auch. Du weichst nur aus, wenn du gerade Lust hast. Das ist dumm. Aber das bekommen wir schon hin. Damit eines klar ist: Ich mag keine Orcs, schon gar keine untoten. Aber Geschäft ist Geschäft."

 

Er legt den Hammer über die Schulter, und klopft mir auf den Arm.

 

"Komm schon, Dicker. Geh mal lieber zu den anderen. wir sehen uns noch."

 

Ich gehe in die andere Richtung, nach Beutebucht. Ich bin dort zwischenzeitlich Kopfgeldjäger, da ich hungere.